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Wenn es aussieht wie ADHS, aber eigentlich dein Nervensystem im Dauerstress ist

  • Alexandra Cording
  • 14. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

In letzter Zeit sitzen auffallend viele Menschen bei mir, die von sich sagen: "Ich kann mich einfach nicht mehr konzentrieren." Oder: "Ich bin ständig gereizt, obwohl eigentlich nichts Schlimmes passiert." Manche fragen mich direkt, ob sie ADHS haben könnten.

Meistens ist die Antwort komplizierter als ein Ja oder Nein.



Was ich in den Sitzungen eigentlich sehe

Oft ist es kein festes Störungsbild, sondern ein Nervensystem, das schlicht nicht mehr runterkommt. Und wenn ich mir anschaue, wie die meisten von uns mittlerweile leben:

Handy griffbereit, ständig Benachrichtigungen, ein neuer Reiz, bevor der letzte überhaupt verarbeitet ist. Wundert mich das ehrlich gesagt nicht besonders.


Unser Gehirn ist für diese Dauerbelastung schlicht nicht gebaut. Es reagiert auf Likes, Kommentare, Benachrichtigungen mit denselben Mechanismen wie auf jeden anderen Belohnungsreiz: Es will mehr davon, komplett egal, ob uns das guttut oder nicht. Über Jahre summiert sich das. Manche merken's an der Konzentration, andere an der Reizbarkeit, wieder andere schlafen einfach schlechter oder sind dauererschöpft, ohne genau sagen zu können, warum.


Das Tückische dabei: Von außen sieht das oft aus wie ADHS. Oder wie eine beginnende Depression. Und manchmal ist es das auch, keine Frage. Aber mindestens genauso oft ist es ein System, das seit Jahren im Alarmzustand läuft, ohne echte Pause dazwischen. Die Unterscheidung ist wichtig, nicht nur für die Diagnose an sich, sondern vor allem für den Weg zurück.


Was in meiner Praxis wirklich hilft

Ich arbeite nicht mit irgendwelchen Geräten, die dein Nervensystem trainieren sollen. Was ich aber immer wieder erlebe: über Hypnose, Wertimagination oder einfach im Gespräch entsteht spürbare Erleichterung, sobald Menschen anfangen, ihrem System wieder echte Pausen zu gönnen. Nicht als Wellness-Tipp am Rand, sondern als fester Teil der Behandlung.


Ein Stück davon klingt fast banal und wirkt trotzdem: raus in die Natur, Handy bleibt zu Hause. Es gibt inzwischen gute Belege dafür, dass schon relativ kurze Zeit im Grünen den Stresspegel messbar senkt und die Aufmerksamkeit verbessert. Deckt sich ziemlich genau mit dem, was ich bei meinen Klient:innen beobachte. Die Natur liefert dem Gehirn Reize, die es mühelos verarbeiten kann, ganz anders als ein Bildschirm, der dir ständig gerichtete Aufmerksamkeit abverlangt.


Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kopf nie zur Ruhe kommt, lohnt sich ein genauerer Blick: Ist das wirklich eine Störung? Oder ein System, das seit Jahren zu viel abbekommt und endlich wieder lernen darf, sich selbst zu regulieren?


Oder direkt die Möglichkeit für ein unverbindliches Erstgespräch.


Herzlichst Alexandra

 
 
 

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